Pädagogische Fachzeitschriften 2006

Teamteaching in Integrationsklassen: fördernde und hemmende Faktoren

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Die Autorin hat im Rahmen einer Dissertation durch Interviews mit 54 betroffenen Lehrer/innen untersucht, welche Erfahrungen diese mit Teamteaching in Integrationsklassen an Haupt- und Volksschulen haben. Zusätzlich wurden Leiter/innen von sonderpädagogischen Zentren schriftlich dazu befragt. Die fördernden und hemmenden Faktoren wurden auf der Persönlichkeits-, der Beziehungs-, der Sach- und der organisatorischen Ebene erhoben. 

Folgende Hypothesen wurden zu Beginn aufgestellt (S 66): 

 

Chancen

Risiken

Persönlichkeitsebene

Durch das Arbeiten im Team werden die kommunikativen Fähigkeiten gefördert.

Probleme treten bei der Umstellung von der Einzelarbeit auf die Teamarbeit auf. Außerdem treffen hier Lehrer/innen mit ver­schiedenen Qualifikationen aufein­ander.

Beziehungsebene

Durch ein klares Arbeitsüberein­kommen kommt es zur positiven Teamentwicklung.

Aufgrund der engen Zusammen­arbeit entstehen Konflikte.

Sachebene

Individualisierung im Unterricht wird ermöglicht.

Die Teams benötigen Unter­stützung von außen.

Organisationsebene

Die Arbeitsteilung im Team bringt eine Entlastung der einzelnen Lehrer/innen mit sich.

Lehrer/innen haben Probleme bei der Teamfindung. Verschiedene Be­hinderungen innerhalb der Klas­se beeinflussen die Teamarbeit.

Durch das Auswerten der getrennten Befragungen von den einzelnen Lehrer/innen und den Leiter/innen der sonderpädagogischen Zentren kam Tuschel zu verschiedenen Ergebnissen an Volks- und Hauptschulen. (S 70 ff.)

Generell funktioniert laut Tuschel das Teamteaching in Volksschulen besser als in Hauptschulen. In den Volksschulen gibt es weder wesentliche Probleme bei der Teamfindung, wenn diese auch nicht selbstständig durchgeführt wird, noch kommt es laut den Betroffenen zu Problemen aufgrund der Teamarbeit. Die Integrationsteams an Volksschulen entlasten sich gut durch Arbeitsaufteilung und benötigen keine Hilfe von außen: z.B. In Form einer Supervision oder ähnlichem. (S 70 f.)

Auch an Hauptschulen stellt die Umstellung auf die Teamarbeit kein Problem dar. Die Zusammenarbeit innerhalb des Teams wird seitens der Hauptschullehrer/innen der Integrationsteams auch als positiv bewertet. Die Autorin hat jedoch festgestellt, dass die Sonderschullehrer/innen aufgrund der Situation an einem Tag mit verschiedenen Lehrer/innen zusammenzuarbeiten, mit der Zusammenarbeit innerhalb des Teams nicht zufrieden sind. Die Aufteilung der Arbeitsaufgaben wird auch an den Hauptschulen als entlastend empfunden. Die Einteilung der Teams erfolgt nach organisatorischen Gründen und stellt ein Problem dar. Einige der betroffenen Lehrer/innen nehmen auch Hilfe von außen an. (S 71)

Die Leiter/innen der sonderpädagogischen Zentren stellen auch an Hauptschulen mehr Probleme betreffend des Teamteachings in Integrationsklassen fest, als an Volksschulen.  Ein wesentlicher Grund ist hier die fehlende gemeinsame Besprechungs- und Vorbereitungszeit an den Hauptschulen zwischen den Teammitgliedern. (S 72)

Tuschel hat an den Volksschulen im Wesentlichen zwei organisatorische Probleme festgestellt:

An den Hauptschulen kommt Tuschel zu folgendem Resümee:

Aufgrund der verschiedenen Ausbildungsrichtungen kommt es zu Problemen bei den Teamfindungen. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, wenn auch die zukünftigen Integrationsteams von Hauptschulen die Gelegenheit hätten, sich bereits bis zu einem Jahr vor der Zusammenarbeit kennen zu lernen.

Quelle

Tuschel, Sonja (2006). Teamteaching in Integrationsklassen: fördernde und hemmende Faktoren. Erziehung und Unterricht, 1-2/06, 65–74.


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